Mit 45 Jahren noch mal Rookie

Creative Director Ralf Wolfermann ist frisches Mitglied im Art Directors Club Deutschland

Schon als Teenager begeisterte sich Ralf Wolfermann für gut gemachte Werbung. Seine Kreativität lebte er beim Tischfußball aus, doch wirklich gespielt hat er kaum. In origineller Handarbeit gestaltete er die Bandenwerbung seines kultigen DDR-Spielzeugs, dachte sich selbst Firmen aus und kreierte so bereits seine ersten eigenen Logos und Werbetafeln. Sein Traum war es seitdem, Werbung zu machen.

Gut 30 Jahre später war er als Creative Director bei der zebra | group maßgeblich an der Umsetzung des Final Bid Books für die Chemnitzer Kulturhauptstadtbewerbung 2025 beteiligt. Der Titelgewinn Kulturhauptstadt 2025 sowie zahlreiche Kreativ- und Marketingpreise folgten. Unter anderem der heiß ersehnte ADC-Nagel – sogar als kompletter Satz in Gold, Silber und Bronze. Vor Kurzem wurde er auch als Mitglied in den Art Directors Club (ADC) aufgenommen und zählt somit offiziell „zum exklusiven Kreis der besten Kreativen des deutsch-sprachigen Raums". Ein weiterer besonderer Meilenstein in seiner beruflichen Laufbahn.

Sich kreativ ausleben zu können, war ihm schon immer wichtig und ist es bis heute. Genau wie out of the box zu denken und vor allem mit jungen, talentierten Leuten zu arbeiten. Das ist es, was dem Creative Director Spaß macht. Bei zebra hat er damit offene Tore eingaloppiert und wir sind sehr stolz, ihn in unseren Agentur-Reihen zu haben.

Im Interview erzählt er, was das Besondere für ihn an der ADC-Mitgliedschaft ist, was der ADC für ihn tut, aber auch, was er im ADC bewegen möchte.

Ralf Wolfermann Adc Mitglied

Hallo Ralf, noch einmal herzlichen Glückwunsch zur Aufnahme in den Art Directors Club. Das ist ja eine große Ehre für einen Kreativschaffenden oder wie siehst du das?

Ralf Wolfermann: Ja, danke schön. Ich habe mich tatsächlich sehr gefreut darüber. Das war früher, als ich angefangen habe, Werbung zu machen, für mich immer so ein ‚Club der Popstars der Werbebranche‘. Insofern ist das für mich jetzt ein ziemlich schönes aber auch seltsames Gefühl und eine Ehre mit im Club aufgenommen zu sein.

Auf der ADC-Website kann man lesen 'Frag nicht was der ADC für dich tut — frag, was du für den ADC tun kannst.' Was denkst du, kannst du dem ADC bieten?

RW: Oje, steht das da wirklich geschrieben? (lacht) Ich glaube, dass der ADC nicht nur von mir, sondern auch von uns allen aus der Agentur – speziell unseren Jung-Kreativen etwas lernen kann. Im Club sind ja nicht alle zarte 15 Jahre alt. Ich sehe es als gute Möglichkeit, unsere Sicht der Dinge, unsere Herangehensweisen zu repräsentieren, auch im Bereich Teambuilding, wie gibt man Kreativen nicht so viel Druck in stressigen Situationen, damit sie relativ unbeschwert ihre Fantasie und ihre Qualitäten ausspielen können. Und nicht zuletzt geht es auch darum, gute kreative Arbeiten von unseren Kreativen sichtbar zu machen. Und dafür ist der ADC sicher ein gutes Podium.

Und ich frage es trotzdem noch: Was tut der ADC für dich?

RW: In so einem Club steht ja automatisch eine Art von Vernetzung im Raum und ich erhoffe mir dadurch mehr Austausch mit Top-Kreativen auch aus anderen Disziplinen und mit Kreativen aus anderen Agenturen: Was ist neu, was ist state of the art, was ist gute Qualität? Sichten, finden, inspiriert werden …

Wie genau kann man sich den Austausch vorstellen?

RW: Ich bin ja nun noch neu im Club. Insofern kann ich momentan eher orakeln: Es finden regelmäßig Treffen innerhalb der deutschlandweiten Sektionen statt. Sobald es terminlich und lockdownmäßig möglich ist, wollen wir uns alle, die der Sektion Dresden zugehörig sind, auch mal persönlich in Chemnitz treffen. Da bin ich natürlich in der Pflicht ein spannendes Programm organisieren. Genametes Ziel des ADCs ist es ja auch, kreative Arbeiten zu finden. Das Nachwuchs-Screening ist dabei eine essenzielle Aufgabe, diesen zu finden und sichtbar zu machen. Und den kreativen Arbeiten dann auch ein Podium zu bereiten, wie beispielsweise der ADC Wettbewerb oder ADC Talent Award für Nachwuchskreative. Das ist so ein bisschen die Hoffnung. Ob die sich erfüllt, werden wir sehen im konkreten Tun.

Sitzt du dann auch in der ADC-Jury?

RW: Also ich bin ja die nächsten zwei Jahre erstmal 'Rookie' – mit 45 nochmal Rookie, das gefällt mir übrigens sehr gut. Ich müsste mich, wenn dann dafür bewerben, um bei Jurys mitzuarbeiten. Als ADC-Member kann man aber auch darüber abstimmen, wer in der Jury sein soll.

Welche Vorteile bringt deine ADC-Mitgliedschaft für zebra als Agentur wie auch für unsere Kunden?

RW: Wenn dann sprechen wir hier sicher nicht von real messbaren Vorteilen für unsere Kunden. Wir werden ja nicht anfangen, anders kreativ zu arbeiten, als wir es vorher auch schon gemacht haben. Wir haben ja bisher auch schon gute Arbeit im Regelfall abgeliefert und ich hoffe unsere Kunden sehen das auch so. Aber sicher ist es manchmal hilfreich als Art ‚Ritterschlag‘ oder psychologisches Moment, wenn wir in den bekannten Verbänden wie ADC oder GWA als zebra oder zebra-Mitarbeiter eine Rolle besetzen. Das macht einige Kunden vielleicht sicherer in der Entscheidungsfindung, weil so eventuell mehr Vertrauen in unsere Aussagen und unsere Thesen gesetzt wird. Was nicht gleichzusetzen ist, mit ‚Recht haben‘, aber ich glaube es macht stellenweise die Entscheidung leichter, uns zu folgen oder nicht zu folgen.

Für die Agentur selbst sehe ich den größten Vorteil im Wissenstransfer, vor allem hin zum kreativen Nachwuchs. Außerdem ist der Branchenverband eine Art Sprachrohr, worüber auch mal politische Rahmenbedingungen der Kreativszene im großen Kreis debattiert und Themen mit einer anderen Strahlkraft lanciert werden können.

Nagelgewinner. ADC-Member. What's next?

RW: Also Nägel nehme ich gern wieder. Das ist schon der Herzpreis von mir. Ich schäme mich auch nicht dafür, wenn wir mal im Type Directors Club gewinnen würden. Aber Spaß bei Seite, wir arbeiten ja nicht für Awards und man sollte auch nicht auf Awards hinarbeiten. Wir sind in erster Linie Dienstleister für unsere Kunden und im besten Fall bringen wir die kommerziellen, kommunikativen Ziele unserer Auftraggeber mit wirklicher Top-Kreation zusammen – und dann ist es wahrscheinlich auch Nagel wert.

Danke dir für das Interview, Ralf! Und viel Erfolg im und mit dem ADC.

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